ökologsiche Weinbaubauinformation vom 13.08.2019



Rebentwicklung
Lage: Die Reifeentwicklung schreitet fort. Frühe Sorten sind weich und auch Burgunder beginnen sich zu färben bzw. werden weich. Die Wasserversorgung ist immer noch sehr unterschiedlich aufgrund der immer noch sehr lokalen Starkniederschläge, aber so langsam werden immer mehr Gebiete mit Wasser versorgt. Mancherorts würde es dann auch mal wieder reichen mit dem Regen. Profitiert haben die hoffentlich überall eingesäten Begrünungen.
Wo noch nicht geschehen, kann in dieser Woche überall die Abschlussbehandlung eingeplant werden.
Pflanzenschutz
Oidium:
Stand: Die letzte Behandlung dient dem letzten Schutz des wieder wachsenden Laubs. Wo die Wasserversorgung ausreichend ist und den Blättern eine weitere Bicarbonatbehandlung zugemutet werden kann, ist dies die empfohlene Variante aufgrund der Botrytisnebenwirkung.
Mittel:
- Vitisan 5 kg/ha mit Wecit (bietet gleichzeitig Botrytisnebenwirkung)
- Natriumbicarbonat 5 kg/ha mit Wecit (bietet gleichzeitig Botrytisnebenwirkung)
- Kumar 5 kg/ha (bietet gleichzeitig Botrytisnebenwirkung)
- Sprühmolkepulver: 4 %ig in der auszubringenden Wassermenge
Peronospora:
Stand: Eine letzte Behandlung, um das Laub gesund zu erhalten, kann mit Kupfer sinnvoll sein, dort wo Ölflecke vorhanden sind. Wo die Anlagen immer noch befallsfrei sind, ist eine zusätzliche Behandlung nicht mehr notwendig.
Mittel: Kupfer: 150 g reinCu /ha (bei Ölflecken)
Bortrytis:
Stand: Wenn es weiterhin feucht bleibt, könnte Botrytis in diesem Jahr ein Thema werden. Bicarbonate mit Wetcit und auch das formulierte Produkt Kumar zeigen eine Botrytiswirkung, wenn diese über die Saison eingesetzt wurden und noch mindestens eine Behandlung ab Reifebeginn gesetzt wird. Voraussetzung ist allerdings eine frühe Traubenzonenentblätterung, die alleine schon hohe Wirkungsgrade zeigt. Weitere Behandlungen bringen je nach Jahr eine weitere Zusatzwirkung. Die Kosten-(Aufwand-) Nutzen-Rechnung sollte aber jedem Betriebsleiter bewusst sein.
Ein weiteres Produkt ist Botector. Dies zeigt in vielen Versuchen der unterschiedlichen Versuchsansteller und Versuchsjahren sehr unterschiedliche Wirkungsgrade.
Rebschutz in Junganlagen:
Jungfelder weiter behandeln. Hier zählt die intakte Blattmasse für eine gute Holzausreife und Reservestoffeinlagerung. Wenn nicht geerntet wird, kann bis zum Schluss Netzschwefel eingesetzt werden. Bei unbeständiger Witterung und heftigeren Regenfällen sind Kupferbehandlungen in nicht zu langen Abständen noch bis zum Ende der Wachstumsphase wichtig.



Beate.Fader@dlr.rlp.de      drucken nach oben