Grassilageergebnisse 2017 - top Qualitäten aber wenig Masse

Das warme und sonnige Wetter im April und Mai in diesem Jahr bot beste Voraussetzungen für einen qualitativ hochwertigen Grasaufwuchs. Mit Ø 6,5 bzw. 6,3 MJ NEL sind die Voraussetzungen für hohe Milchleistungen gegeben. Aufgrund der Trockenheit fiel die Erntemenge jedoch deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Die Rohprotein- und Phosphorgehalte nehmen weiter tendenziell ab. Während Protein in vielen Betrieben zugekauft werden muss, sind die abnehmenden P-Gehalte in den Silagen meist kein Problem. Durch den Wechsel von Soja- auf Rapsextraktionsschrot im Zuge der GVO-freien Fütterung wird über Rapsextraktionsschrot i.d.R. so viel P importiert, dass in vielen Fällen sogar auf eine P-Ergänzung über das Mineralfutter verzichtet werden kann. Da ein geringer P-Gehalt in der Silage häufig einen geringen Proteingehalt zur Folge hat, sind die sinkenden P-Gehalte in der Silage vor dem Hintergrund des Imports von Eiweißfutter aus Übersee / dem Zukauf teuren Eiweißfutters bedenklich.
Viele Silagen waren zum Zeitpunkt der Probenahme noch nicht ausreichend vergoren. Aufgrund der hohen Trockenmassegehalte ist zu befürchten, dass in vielen dieser Silagen bis zum Verfüttern nicht genügend Milchsäure gebildet wird. Betriebe, deren Silagen sehr trocken und zuckerreich sind, sollten diese mindestens 100 Tage geschlossen lassen, bevor sie geöffnet werden. Außerdem sollte auf einen ausreichenden Vorschub geachtet werden, um Nacherwärmung vorzubeugen. Beim Einsatz zuckerreicher und rohfaserarmer Silagen in Kombination mit größeren Anteilen an Maissilage und/oder Getreide steigt zudem die Gefahr der Pansenacidose. In solchen Rationen ist auf eine ausreichende Strukturversorgung zu achten. Aufgrund des geringen Rohaschegehaltes dürften Probleme mit Fehlgärungen (Buttersäure) eher selten sein.


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