Grassilage 2019 füttern

Stand: 10/09/2019
Sehr gute Qualitäten und zufriedenstellende Erntemengen sind bezeichnend für den ersten Schnitt 2019 in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Schönwetterperiode an Ostern und die Futterknappheit aus dem Vorjahr zwangen manchen Betriebsleiter, über einen frühen ersten Schnitt nachzudenken. Der Kälteeinbruch in der Folgewoche machte diese Überlegungen zu Nichte. Die anhaltende Trockenheit nach dem zweiten Schnitt ließ gute Ertragserwartungen für das Grünland in diesem Jahr dahinschmelzen. Regional sehr unterschiedlichen Qualitäten werden bei der Maissilage erwartet.
Was ist unter diesen Bedingungen bei der Rationsgestaltung zu beachten?

Ein Beispiel für gutes Silomanagement mit glatter Anschnittfläche und ohne lose Futterreste. Foto: © DLR

Zusammenfassung - für eilige Leser:
  • Die Grassilagen der 1. Schnitte 2019 in Rheinland-Pfalz und Saarland weisen im Durchschnitt sehr gute Energiegehalte von 6,4 MJ NEL/kg TM aus.
  • Die Rohproteingehalte sind mit 141 g/kg Trockenmasse mäßig.
  • Eine bedarfsgerechte Trogration für 28 kg Milch ist mit Gras- und Maissilage, jeweils zur Hälfte, sowie einem Energie- und Proteinfutter zum Ausgleich möglich.
  • Die Trogration sollte kostengünstig sein. Ein hochwertiges, nach Energie und Protein ausgeglichenes Milchleistungsfutter wird nach Leistung zugeteilt.
  • Energiefutter: preisgünstiges, hofeigenes Getreide. Es liefert schnelle Kohlenhydrate für die Energieversorgung im Pansen.
  • Proteinfutter: Rapsextraktionsschrot. Futterharnstoff liefert den nötigen Stickstoff im Pansen.
  • Mineralfutter: Durch den hohen Anteil an Phosphor im Rapsextraktionsschrot und im Getreide ist ein phosphorfreies Mineralfutter (preiswerter) ausreichend.
  • Futterkalk und Viehsalz: ermöglichen die kostengünstige, bedarfsgerechte Einstellung des Calcium- und Natriumgehaltes der Ration. Beim Einsatz von Natriumbicarbonat und Viehsalz besteht die Gefahr der Überversorgung mit Natrium (Rationsberechnung!). Folge: dünner Kot!
  • Strukturfutter: Im Beispiel rechnerisch nicht erforderlich. Zur Absicherung und freien Verfügbarkeit kann es am Beginn/Ende des Futtertisches angeboten werden.
  • Milchleistungsfutter: Ein hochwertiges 19/4er Futter wird in Abhängigkeit von Leistung und Körperkondition über den Transponder oder Roboter zugeteilt.
  • Nach jeder Milchkontrolle: Zuteilung Milchleistungsfutter prüfen. Einsparpotential durch Reduzierung bei Altmelkern nutzen. Transponderanlage nach jeder Lieferung kalibrieren.
  • Rationskontrolle über MLP Daten und Kotbeschaffenheit.
  • Die Rationsberechnung ist für eine leistungs- und bedarfsgerechte Fütterung unverzichtbar.
    Fragen Sie die Fütterungsberater an Ihrem DLR. Nachstehend finden Sie eine Übersicht der Ansprechpartner.


Im Dateianhang finden Sie die ausführlichen Empfehlungen zur Rationsgestaltung mit Beispielrationen und Übersichtstabellen.


Ansprechpartner Fütterungsberatung für Rinder an den DLR in Rheinland-Pfalz:

DLR Eifel:
Köppchen Birgit birgit.koeppchen@dlr.rlp.de 06561/9480-449
Rippstein Mark-Tell mark-tell.Rippstein@dlr.rlp.de 06561/9480-457

DLR Westerwald-Osteifel:
Baumgarten Werner werner.baumgarten@dlr.rlp.de 02602/9228-19
Finkenstaedt Lerke lerke.finkenstaedt@dlr.rlp.de 02602/9228-24
Schneider Dr. Rudolf rudolf.schneider@dlr.rlp.de 02602/9228-15

DLR Westpfalz:
Bohrs Julia julia.bohrs@dlr.rlp.de 06302/9216-16
Frickenhaus Jochen jochen.frickenhaus@dlr.rlp.de 06302/9216-15
Göttel Lukas lukas.goettel@dlr.rlp.de 06302/9216-13
Sauter Jürgen juergen.sauter@dlr.rlp.de 06302-9216-11



Download: Grassilage-2019_Füttern.pdfGrassilage-2019_Füttern.pdf



Birgit.Koeppchen@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben