Kein Geld verschenken – Förderung der BLE (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) nutzen



Nutzen Sie die 30% Förderung bei Energiesparmaßnahmen im Milchviehbereich.
Energie sparen war ein präsentes Thema in der Zeit von 2010 bis 2012. Wer erinnert sich nicht mehr an den Preisanstieg für Rohöl und die daraus resultierenden hohen Preise an der Zapfsäule und an die ständig steigenden Strompreise? Infolge der stark gefallenen Rohölpreise hat „Energie sparen“ in den letzten Jahren wieder an Bedeutung verloren.
Jetzt wird dieses Thema für Milchviehbetriebe wieder aktuell: zum einem durch die Molkereien, die die Betriebe auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit überprüfen und zum anderen durch die öffentliche Diskussion über Klimawandel und die Reduzierung des CO2 Ausstoßes.
Bei einem Milchviehbetrieb liegt der durchschnittliche Stromverbrauch bei 400 kWh/Kuh/Jahr. Dies bedeutet bei einem Strompreis von 25 Cent je kWh gleich 100 Euro je Kuh und Jahr. Könnte der Verbrauch um 25% reduziert werden, wären dies 25 Euro pro Kuh/Jahr. Die Schwankungen des Milchpreises um ein paar Cent nach oben oder nach unten wirken sich dementsprechend finanziell stärker aus als eine Reduzierung des Stromverbrauchs. Dies sollte aber kein Grund sein, keine Energie einsparen zu wollen.

Auf einem Milchviehbetrieb lässt sich mit einfachen Maßnahmen der Energieverbrauch reduzieren. Die größten Stromverbraucher, die auch das größte Einsparpotenzial bieten, sind die Milchkühlung und die Vakuumpumpe der Melkanlage. Dies sind auch die zwei Stellen, an denen das Förderprogramm „Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizient in der Landwirtschaft“ der BLE ansetzt. Folgende Maßnahmen werden mit 30% und min. 3.000 € Netto Investitionsvolumen gefördert.
1. Einbau eines Vorkühlers: mithilfe von Wasser im Gegenstrom (Platten- oder Rohrkühler) wird die Milch von 33°C auf ca. 15 – 18°C herunter gekühlt, sodass die Milch dann nur noch auf die Lagertemperatur gekühlt werden muss. Damit ist es möglich den Energiebedarf für das Kühlen der Milch von 2 kWh je Liter auf 1 kWh je Liter zu reduzieren. Die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme ist auf jeden Fall gegeben, wenn das leicht angewärmte Wasser vertränkt wird. Wie schnell sich ein Vorkühler amortisiert ist auch abhängig davon, ob eigenes Brunnenwasser oder Wasser aus dem öffentlichen Netz verwendet wird.
2. Austausch der Vakuumpumpe gegen eine frequenzgesteuerte Vakuumpumpe bzw. bei neueren Modellen ausschließlich Nachrüsten einer Frequenzsteuerung: Läuft die Pumpe beim Melken und Spülen nur geringe Zeiten (weniger als 3 Stunden je Tag), ist eine Wirtschaftlichkeit erst in ein paar Jahren zu erwarten, d. h. je länger die Laufzeit der Pumpe pro Tag ist, desto sinnvoller ein schneller Austausch (s. Tabelle 2).

Tabelle 1 Durch den Einsatz eines Vorkühlers können bei 1.000 Liter Milch je Melkzeit Stromkosten von 1.825 € je Jahr eingespart werden. Zu berücksichtigen gilt, dass für eine Wärmerückgewinnung dann weniger Energie zu Verfügung steht und sich somit die Menge des angewärmten Wassers reduziert.


Tabelle 1 (Excel-Tabellen unten zum Download)


Tabelle 2 zeigt den Vergleich einer ungesteuerten und einer frequenzgesteuerten Vakuumpumpe bei zwei verschieden langen Laufzeiten (3 und 6 Stunden). Die frequenzgesteuerte Vakuumpumpe hat bei Beispiel „3 Stunden“ ein Einsparpotenzial von 387 € je Jahr, bei dem Beispiel „6 Stunden“ dagegen schon von 967 €. Dies bedeutet, je länger die Laufzeit, desto sinnvoller ist der Neukauf einer frequenzgesteuerten Vakuumpumpe. Bei geringeren Laufzeiten sollte erst dann ausgetauscht werden, wenn die Pumpe in „die Jahre“ gekommen ist und eine Erneuerung in Zukunft geplant ist.



Tabelle 2


Unten finden Sie diese Excel Tabellen und den Leitfaden zur Antragstellung zum Download. Mithilfe der Tabellen können Sie dann mit Ihren eigenen Zahlen arbeiten und ermitteln, ab welchem Zeitpunkt der Einbau eines Vorkühlers bzw. einer Vakuumpumpe für Sie interessant ist. Verschenken Sie kein Geld, nutzen Sie das Angebot der BLE. Den Antrag finden Sie unter https://www.ble.de/DE/Themen/Klima-Energie/Bundesprogramm-Energieeffizienz/easy-Online.html und des Weiteren finden Sie auf der Homepage eine Anleitung für den Förderantrag . Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Werner Baumgarten, DLR Westerwald-Osteifel, Tel. 02602 9228 19.
Download: Tabellen zur Berechnung mit eigenen Zahlen.xlsxTabellen zur Berechnung mit eigenen Zahlen.xlsx Leitfaden-Antragstellung.pdfLeitfaden-Antragstellung.pdf


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