Pflanzenschutz - Maßnahmen

Schwefeldüngung nicht vergessen

Schwefel als Nährstoff gehört wie Stickstoff zu den Hauptnährstoffen. Wie Nitrat wird Schwefel als Sulfat aus der Bodenlösung aufgenommen und muss somit regelmäßig gedüngt werden. Da Sulfat nicht am Boden gebunden wird, unterliegt es der Verlagerung und kann nicht auf Vorrat (wie z.B. P und K) gedüngt werden. Es besteht eine enge Beziehung zwischen Winterniederschlägen und Schwefelverlagerung. In nassen Wintern wird viel, in trockenen wenig Sulfat verlagert. Ähnlich verhält es sich bei Nitrat. Hohe Nmin-Werte im Frühjahr können daher als Indiz für hohe Smin-Werte und umgekehrt angesehen werden. Der Schwefeleintrag über Luft und Niederschläge ist fast bedeutungslos und findet in der Bedarfsplanung keine Berücksichtigung. Die Mineralisation von Schwefel aus der organischen Substanz ist ähnlich wie bei Stickstoff, jedoch zeitlich etwas verzögert. Die Schwefelgehalte in Gülle und Gärest liegen im Schnitt zwischen 0,2 und 0,4 kg S/m3. Dabei ist der größte Anteil (ca. 80%) des Schwefels organisch gebunden und kann so nicht zur aktuellen Schwefelversorgung im Frühjahr beitragen. Je höher das Ertragsniveau, desto höher der Schwefelbedarf. Eine ausgewogene Schwefeldüngung verbessert die Stickstoffausnutzung bzw. umgekehrt, führt Schwefelmangel zu einer schlechten Ausnutzung des eingesetzten Stickstoffs. Dies sollte bei der momentanen Diskussion um eine Verschärfung der DüngeVO unbedingt vermieden werden.

Beim Auftreten von Mangelsymptomen, sollte auf jeden Fall umgehend Schwefel als Sulfat gedüngt werden. Mangelsymptome äußern sich wie folgt:

Raps zeigt rotviolett verfärbte, löffelartig verformte Blätter, weiße Blüten, vermehrte Nachblüher, aufgedunsene Schoten

Getreide und Grünland weisen ein blassgrünes Aufhellen der jüngeren Blätter auf(nicht verwechseln mit N-Mangel, bei dem zuerst die älteren Blätter aufhellen)

Rüben zeigen eine Starrtracht und ein Vergilben zunächst der jüngeren Blätter

Einen latenten Schwefelmangel, der schon zu einer deutlich schlechteren Stickstoffausnutzung führen kann, kann man frühzeitig nur durch Pflanzenanalysen feststellen.

Schwefeldüngemittel

Zur Schwefeldüngung werden häufig S-haltige N-Dünger eingesetzt. Die meisten dieser Dünger enthalten leichtlösliches Ammonium-Sulfat. In einigen Düngern (z. B. YaraBela Sulfan) liegt der Schwefel als schwerer löslicher Gips vor. Daraus ergibt sich aber kein Nachteil in der Wirksamkeit. Im Handel wird teilweise ASL bzw. Bluesulfat (Ammoniumsulfatlösung mit 8 % N und 9 % S), oder ATS (Ammoniumthiosulfat 26 S + 12 N) als schwefelhaltige Komponente angeboten, die auch mit AHL gemischt werden kann. Der ASL-Zusatz erhöht das Ätzrisiko und sollte daher nicht mit Pflanzenschutzmitteln gemischt und möglichst grobtropfig ausgebracht werden. Elementarer Schwefel muss zunächst von Bakterien zu Sulfat (SO4) umgewandelt werden, bevor er von den Pflanzen aufgenommen werden kann. Hieraus könnte die geringe S-Düngewirksamkeit, die sich in neueren Gefäß- und Feldversuchen mit granuliertem elementarem Schwefel ergeben hat, erklärt werden. Pulver- und Flüssigprodukte weisen eine große Oberfläche auf und können daher theoretisch schneller umgewandelt werden. Die Kulturen haben einen unterschiedlichen Bedarf an Schwefel. Der Bedarf liegt bei Getreide bei ca. 20-25 kg S/ha, Bei Raps, Mais und Leguminosen bei 40-60 kg S/ha. Eine ausreichende Schwefeldüngung erhöht die Stickstoffausnutzung und ist bei knapper N-Versorgung unerlässlich. Neben den schwefelhaltigen Stickstoffdüngern haben auch einige Grundnährstoffdünger einen teils hohen Schwefelgehalt. Dabei gibt es in der Wirksamkeit der Schwefeldünger mit Ausnahme von elementarem Schwefel keinen Unterschied. Die Wahl des Schwefeldüngers, sollte deshalb neben der im Betrieb vorhandenen Ausbringtechnik (flüssig/fest) vor allem die Preiswürdigkeit einschließlich des Kalkverlusts betrachtet werden.


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